TIS Pressemitteilung Dezember 2010

Telematik in der Praxis:

Spedition Ansorge - Ohne Lücke und Papier

Bocholt, 16. Dezember 2010

Die vorwiegend im Ladungs- und Kombiverkehr tätige Spedition Ansorge hat mit einer Telematiklösung von TIS ein durchgängiges Auftragsmanagement realisiert. Dafür wurden 120 Zugmaschinen mit mobilen Bordrechnern (MBU) ausgestattet. Weitere 60 werden folgen.

Die Zahl beeindruckt: Der vielseitige Fuhrpark der Spedition Ansorge (s. Kasten) lässt mehr 100.000 Kombinationen zu – und die ändern sich bei dem süddeutschen Kombiverkehr-Spezialisten ständig. Das Fuhrparkmanagement gerät so zu einer echten Herausforderung.

Für Controlling-Leiter Christian Winkler war dies einer von vielen Gründen, bei Ansorge ein Telematiksystem einzuführen, das direkt an das vorhandene Transportmanagementsystem angeschlossen ist. „Wir wollten in erster Linie eine Lösung, die unsere Disposition unterstützt und die einen zuverlässigen Austausch der Positions- und Speditionsdaten mit den Fahrern ermöglicht“, erklärt der Prokurist. Außerdem sollte das System die Paletten sowie die Hilfsmittel zur Ladungssicherung verwalten und über eine Navigationsfunktion mit Lkw-Restriktionen verfügen.

Robuste Basis

„Wir haben uns bei der Auswahl des passenden Anbieters viel Zeit gelassen“, erinnert sich Winkler. Bevor die Entscheidung für die TIS GmbH aus Bocholt fiel, hatte Ansorge diverse Lösungen anderer Hersteller gründlich getestet und schließlich abgelehnt. „Die Entscheidung für die TIS GmbH aus Bocholt fiel letztlich aufgrund eines überzeugenden Konzeptes und zahlreicher positiver Referenzen“, berichtet Winkler.

Im Juli 2009 konnte der Rollout der Lösung mit der Bezeichnung PSV3 beginnen. Pro Monat wurden rund 20 Lkw mit der mobilen Hardware ausgestattet, die über eine Bluetooth-Verbindung auch die Lenk- und Ruhezeiten des digitalen Tachografen auslesen kann. Nach einem halben Jahr verfügten die vorgesehenen 120 Fahrzeuge über die PSV3-Geräte, die auf robusten Handheld-Computern basieren. „An jedem unserer sechs Standorte haben wir einen zuständigen Spezialisten geschult, der die zugeordneten Fahrer individuell auf die Arbeit mit den mobilen Bordrechnern vorbereitet hat“, erklärt Winkler.

Der Aufwand für Nachschulungen nach den ersten Touren mit der „mobilen Bord Unit“ (MBU) hielt sich in Grenzen, was unter anderem auch an der übersichtlichen Bedienoberfläche der mobilen Terminals liegt. Die einzelnen Programmfunktionen und Befehle lassen sich direkt über Piktogramme ansteuern, deren Bedeutung sich von selbst erklären. Zudem sind die grafisch gestalteten Buttons groß und dadurch einfach zu betätigen. „Zur schnellen Akzeptanz der Telematik im Lkw hat aber auch die integrierte Navigationsfunktion beigetragen“, ergänzt Winkler.

Sichere Bestände

Jetzt erhalten alle Fahrer ihre Aufträge per GPRS direkt auf das Display der MBU. Übertragungsfehler durch die telefonische Übermittlung von Abhol- und Lieferadressen gehören damit der Vergangenheit an. Zudem spart die digitale Übermittlung Zeit – die meisten Telefonate zwischen Zentrale und Fahrern entfallen. Das Senken der Kommunikationskosten ist somit ein weiterer positiver Nebeneffekt.

Die von den Disponenten erstellten Touren werden aus dem Transportmanagementsystem via PSV3-Server in das betreffende Fahrzeug gesendet. Nach der Empfangsbestätigung durch den Fahrer startet die Navigation automatisch. Anschließend verlangt die MBU die Eingabe der Auftragszustände wie „Laden begonnen“ beziehungsweise „Entladen beendet“, die unverzüglich  an das Transportmanagementsystem zurückgemeldet werden. Ebenso rationell und papierlos erfolgt jetzt die Verwaltung der Paletten und Hilfsmittel für die Ladungssicherung. Eigentlich könnte Ansorge jetzt ganz auf das Papier verzichten, doch die Kunden im Ladungsverkehr bestehen weiterhin auf die klassischen Dokumente. Die neue Form der Mitarbeit durch die Fahrer hat aber noch einen weiteren wesentlichen Vorteil: „Die Standzeiten bei den Kunden werden auf die Minute genau festgehalten und dienen als solide Grundlage für künftige Gespräche“, sagt Winkler.

Heirat per Scanner

Auch beim Aufsatteln von Aufliegern beziehungsweise dem Tauschen von Wechselbrücken werden Fahrer und MBU gefordert sein. Alle Behälter und Trailer werden ab 2011 mit einem Barcode versehen sein, die zu Beginn und Ende des Transports vom Fahrer gescannt werden – dadurch wird die aktuelle Kombination zwischen ziehender und gezogener Einheit dokumentiert. Sobald Auflieger oder Wechselbrücke auf die Bahn verladen werden, wird dieser Wechsel mit den zugehörigen Positionsdaten ebenfalls durch PSV3 festgehalten. Die Schnittstellen im kombinierten Verkehr können dadurch erstmals mit hoher Zuverlässigkeit abgebildet werden.

Die Fracht wird schon beim Laden mit dem betreffenden Behälter „verheiratet“. In Verbindung mit der ständigen GPS-Ortung der 120 Fahrzeuge entsteht somit eine lückenlose Sendungs- und Wechselbrückenverfolgung. „Auch im Ladungsverkehr werden die Kunden so eine Funktion zukünftig voraussetzen“, prognostiziert Winkler. Mit der neuen Telematiklösung wolle Ansorge diesem Bedarf zuvorkommen.

Weiteres Potenzial

Neben den Auftragszuständen und Positionsdaten kennen die Disponenten von Ansorge jetzt auch die aktuellen Lenk- und Ruhezeiten sämtlicher Fahrer. Die entsprechenden Informationen des digitalen Tachografen werden via PSV3 automatisch übertragen. „Bevor ein Fahrer wirklich mal den kritischen Bereich seines Zeitkontos erreicht, können wir rechtzeitig reagieren“, sagt Winkler. Gleiches gilt für alle Abweichungen der Tour von der ursprünglichen Planung – zum Beispiel durch Staus oder Straßensperrungen. Ist der Zeitplan einer Tour gefährdet, erhält der zuständige Disponent ein Signal und kann sofort eingreifen. „Dadurch ist die Qualität unserer Dienstleistung nochmals gestiegen“ bemerkt Winkler.

Am Ende ist das Telematik-Projekt aber noch lange nicht, denn PSV3 bietet weiteres Potenzial: Im nächsten Schritt will Ansorge mit dem System die technischen Daten der FMS-Schnittstelle im Lkw abrufen und damit Dieselverbrauch und Verschleiß der Flotte optimieren. Diese Stufe wird nicht nur die Betriebskosten, sondern auch den CO2-Ausstoß noch einmal deutlich reduzieren.

Hintergrund: Spedition Ansorge

Die im Jahr 1961 gegründete Spedition Ansorge GmbH & Co. KG mit Sitz in Biessenhofen hat sich auf den Ladungs- und Kombiverkehr sowie die Lagerhaltung inklusive Kommissioniertechnik bis hin zum vollautomatischen Hochregallager spezialisiert. Das mittelständische Familienunternehmen beschäftigt rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verfügt über einen eigenen Fuhrpark mit 50 Sattelzugmaschinen, 70 BDF-Lkw, 200 Aufliegern, 75 Lafetten und rund 800 Wechselbrücken. Hinzu kommen jeweils 30 BDF-Lkw und Sattelzugmaschinen von vertraglich fest gebundenen Subunternehmern, die von Ansorge disponiert werden.

Ansorge verfügt über Filialen in Singen, Neuss, Schweitenkirchen, Limbach-Oberfrohna und Nuova Olonio in Italien. An allen Standorten bewirtschaftet der Logistikdienstleister eigene Lagerflächen. Erst 2006 wurde die  Lagerkapazität in Biessenhofen von 12.000 auf 18.000 Quadratmeter erweitert. Dort betreibt das Unternehmen auf einer Grundstücksfläche von insgesamt 90.000 Quadratmetern das europäische Zentrallager für Ideal Standard. Neben der Lebensmittelbranche ist Ansorge vor allem für die Sanitär- und Papierindustrie tätig. Als Spezialist für den Kombiverkehr versendet der Spediteur allein im Alpentransit jährlich mehr als 19.000 Wechselbrücken und Auflieger über den Schienenweg.

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Hintergrund TIS-GmbH

teaser-unternehmenTIS ist einer der Marktführer für anspruchsvolle Telematik-Projekte mit mehr als 150 Unternehmenskunden und 50.000 Fahrern als Anwender im täglichen Einsatz. Seit fast 35 Jahren entwickeln wir intelligente Telematik-Lösungen für Speditionen, Transport- und Logistikunternehmen sowie Handelsketten. Unsere Kunden steuern mit TIS-Lösungen ihre komplette LKW-Flotte sowie ihr Auftragsmanagement und überwachen in Echtzeit ihren gesamten Warenfluss – vom Depot bis in die kleinste Filiale.

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